Forum Methodik und Reporting Nachhaltigkeitsberichte Kompensation so nutzen, dass sie wirklich etwas bewegt

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  • Dieses Thema hat 0 Antworten und 1 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 2. August 202212:25 von Elmar Borgmeier.
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      Elmar Borgmeier
      Syngenio-Admin

        Immer mehr Unternehmen setzen sich das Ziel, sich klimaneutral nennen zu dürfen. Der Weg dahin sieht stets so aus:

        1. Ist-Stand erfassen
        2. Verbesserungspotenziale identifizieren und umsetzen
        3. für den Rest CO2-Kompenation kaufen

        Dem Ergebnis sieht mal leider nicht mehr an, wieviel Mühe sich ein Unternehmen mit wirklichen Verbesserungen gegeben hat. Oder ob es einfach nur Kompensation gekauft hat. Letzteres erscheint dann eher als „Ablasshandel“: Solange ich bezahle, darf ich weiter sündigen.

        Anderseits sollten wir nicht unterschätzen, wie hilfreich es ist, aus einem qualitativen Ziel („klimaneutral“) ein quantitatives Ziel zu machen: „Die Kosten für Klimaneutralität senken“. Im Kostensenken haben viele Manager einfach mehr Erfahrung. So können sie besser am Ziel arbeiten.

        Allerdings weist Chris Adams hier auf eine zu erwartende Fehlsteuerung hin, die wir in den Griff bekommen müssen. Kosten senken kann man nämlich auf zwei Wegen:

        1. die eigenen CO2-Emissionen reduzieren
        2. billigere Kompensation kaufen

        Letzteres ist einfacher umzusetzen. Mit Einkaufssteuerung kennen Unternehmen sich aus. Und tatsächlich gibt es bei den Anbietern von Kompensationen einen erschreckenden Wettlauf zu immer niedrigeren Preisen.

        Wenn wir ernsthaft etwas bewegen wollen, müssen wir diesen Weg ausschließen. Dazu gibt es eine einfache Methode: Man rechnet mit fixen Kosten für die Kompensation einer Tonne CO2. Jetzt gibt es nur noch einen einzigen Weg zur Kostensenkung, und zwar: Wirklich die eigenen Emissionen senken.

        Das ist keine Theorie. Im oben genannten Artikel finden sich Beispiele für Unternehmen, die bereits heute mit fixen Kosten rechnen:

        • Microsoft: 15$ / Tonne CO2
        • The new Climate Institute: 100€ / Tonne CO2
        • Swiss Re: 100$ / Tonne CO2 – und dieser Wert soll auf 200$ erhöht werden!

        Damit entfällt die Suche nach der billigsten Form von Kompensation. Man hat jetzt ein Budget, dass man für Klimaschutzmaßnahmen ausgeben kann. So kann man sich auf Maßnahmen konzentrieren, die man selbst für sinnvoll hält.

        Die wichtigste Maßnahme bleibt unverändert: Emissionen senken statt Kompensieren.

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